Fernsehtipp: NDR 22:45 Uhr “Fotografen der Ruinen” unterwegs mit fotocommunity Fotografen

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Heute abend um 22:45 Uhr läuft eine Sendung im NDR Fernsehen, die Ihr nicht verpassen solltet. Das NDR Kulturjournal begleitet die “Urban Explorer” ( Ralf1957, MarkusWill und MacPeip ) aus Braunschweig auf einer ihrer Exkursionen in diverse Ruinen – diesmal besuchen sie ein verlassenes Haus im Ostharz, das früher einmal ein feudales Hotel war. In der Sendung soll nicht die HDR-Technik oder die HDR-Bearbeitung im Vordergrund stehen, sondern vielmehr das besondere Erlebnis während diesen Fototouren.
Ralf1957 ist einer dieser “Urban Explorer”. Durch seine auf der fotocommunity und seiner Homepage eingestellten Bilder wurde der NDR während einer Recherche über “Lost Places Fotografie” auf ihn aufmerksam. Nach vielen Telefonaten und regem E-Mailverkehr war es dann soweit, die Vorbereitung des Filmbeitrages konnte beginnen.
Ralf1957 erzählt:
“Nun lag es an mir, die richtigen Location, die richtigen Fototermine und eine Auswahl an mitwirkenden Fotografen zusammenzustellen. Ende Mai ging es dann auf eine Vorab-Tour und verschiedene Locations wurden in Augenschein genommen.
Es war schon ein besonderes Erlebnis, wie Filmleute unsere maroden Location sehen und sich auch dafür begeistern können. Nach einigen Tagen der Nachbereitung wurden mir die Wünsche des Fernsehsenders bezgl. der zu besuchenden Location und der teilnehmenden Fotografen mitgeteilt. Leider wurden bzw. konnten, nicht alle von mir vorgeschlagenen Fotografen und Location berücksichtigt werden. Der Autor der Sendung entschied sich für die Location „Schimmelhof“ und die Fotografen MarkusWill und MacPeip.
Anfang Juni begannen dann die Filmaufnahmen, zwei Drehtage mit jeweils über 8 Stunden und teilweise x-fachen Wiederholungen der Einstellungen. Ein unglaubliches Erlebnis, welches uns auch ein wenig stolz gemacht hat.”
Wir haben Ralf noch weiter befragt, wie sich zum Beispiel seine Leidenschaft für Ruinen entwickelte, warum es für ihn immer wieder Orte sein müssen, die andere Fotografen vielleicht sogar eher abschrecken, wie man solche Locations überhaupt findet und wie er die Gefahren einschätzt.
Wie bis Du zu diesen „maroden“ Motiven gekommen?
Ende 2008 gingen mir die Ideen für neue Motiven aus und ich begab ich mich im Internet auf eine alternative Motivsuche. Hierbei stieß ich sehr schnell auf die fotocommunity und durch einen Zufall auf die Fotos verschiedener Fotografen, die sich mit der “Lost Places Fotografie” beschäftigten. Motive von alten Industrieanlagen, ehemaligen Heilstätten und verlassenen Militäranlagen haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Anfang 2009 hatte ich dann das Vergnügen mit, heute befreundeten, Fotografen aus der fotocommunity auf eine erste “Lost Places Tour” in den ehemaligen Ostharz zu fahren und eine verlassene Lungenheilstätte zu fotografieren, eine „Sucht“ war geboren.
Warum fotografierst Du Motive, von denen sich viele andere abwenden?
Es ist mir ein besonderes Anliegen, den für mich vorhandenem Charme der Vergänglichkeit zu dokumentieren. Viele von mir fotografierte Location stehen unter Denkmalschutz, werden aber teilweise bewusst dem Verfall preisgegeben, um auch den wirtschaftlichen Interessen von (eventuellen) Investoren Rechnung zu tragen. Hier schwillt mir immer wieder der Kamm.
Wie findet man solche Locations?

  • Mit offenen Augen über Land fahren, hier bieten sich immer noch die neuen Bundesländer besonders an
  • fotocommunity – Stammtische besuchen, wenn man weiß, dass dort Liebhaber des Maroden verkehren
  • Kontakt zu fotocommunity-Mitgliedern herstellen und an einer gemeinsamen Tour teilnehmen
  • sich in Netzwerke einbringen usw.

Sind solche Touren nicht gefährlich?
Jein, man sollte aber schon etwas Respekt vor morschen Decken und Dielen haben und sich sehr genau überlegen worauf man tritt bzw. unter welchen durchhängen Decken man entlanggeht. Trotz meiner Erfahrung (auch berufsbedingt) ist es mir passiert, dass ich mal mit dem linken Bein durch eine morsche Holzbalkendecke getreten bin und bis zum Knie eingebrochen bin. Seitdem weiß ich, dass Adrenalin einen metallischen Geschmack auf der Zunge auslösen kann.
Gibt es sonst noch etwas, was Du den anderen fotocommunity Mitgliedern mit auf den Weg geben möchtest?
Leider haben nicht alle Besucher den notwendigen Respekt vor diesen, für mich erhaltenswerten Locations. In der Vergangenheit habe ich immer mal wieder Locations ein zweites mal besucht und leider den einkehrenden Vandalismus feststellen müssen. Meine „Fotofreunde“ und ich haben uns einen Ehrenkodex auferlegt: „Wir bringen nichts mit, wir verändern nichts und wir nehmen nichts mit“. Das geht soweit, das wir selbst unsere Kippen in die Hosentaschen stecken und zu Hause entsorgen.

20 thoughts on “Fernsehtipp: NDR 22:45 Uhr “Fotografen der Ruinen” unterwegs mit fotocommunity Fotografen


  1. bei meinem NDR kam er…

  2. Hätte ja gerne denBericht gesehen – aber wo war er denn?
    War nix mit Bericht im NDR.
    Elke

  3. Schöner Beitrag, der Lust auf mehr macht. Hier im Ruhrgebiet gibt es auch viel Verfallenes, das sich gerne der Kamera feil bietet. Man muss es nur entdecken. Könnte eins der nächsten Projekte werden.

  4. Gut!! Das ist ein Thema an dem ich auch meinen Spaß hätte. Ich schau mal rein.
    Den “Ehrenkodex” finde ich klasse – daran sollten sich mal eine Menge Leute ein Beispiel nehmen!
    VG Micha

  5. Das war eine Klasse Doku mit vielen schönen Bildern. Es wurde sogar ein klein wenig auf die HDR- Technik eingegangen. Stark gemacht – sowas kann ruhig öfter mal gemacht werden. Den verschimmelten Tanzkeller fand ich am spannensten. So jetzt bin ich wieder hochmotiviert. Danke und weiter viel Erfolg.
    Peter

  6. Herzlichen Dank für den Tipp zu diesem Bericht.
    War spannend !
    ICH kann diesen Hang zum Maroden sehr gut verstehen, sind doch dort grandiose Motive zu finden.
    N.

  7. … schöner Schlußsatz: Bilder – das Einzige was bleibt, wenn die Menschen gegangen sind.
    (hab es über die NDR-Mediathek gesehen)

  8. Interessanter Beitrag. Mich würde jetzt nur mal interessieren, ob die Jungs immer die Schutzmasken dabei haben, wenn sie irgendwo “eindringen”. Man weiß nicht vorher, ob dort Schimmel ist. Und es hört sich ja nicht so an, ob immer das Okay des Besitzers da ist, so dass man die infos hätte, oder?

  9. ahh jetzt doch

  10. na da hat NDR wohl eine Programmänderung durch geführt. Läuft leider ein anderes Thema

  11. das werde auch ich nicht verpassen, interessiere mich eh für solche Objekte, nur finden, is das Prob.. ;)

  12. Ich würde mir wünschen, dass einige durch den Fernsehbericht erkennen, dass Fotografinnen und Fotografen mit der Leidenschaft für marode Gebäude und verlassene Orte nichts böses im Sinn haben und vielleicht das eine oder andere Vorurteil verschwindet. Wir sind nicht diejenigen, die so manche Location in eine zerstörte und manchmal nicht wiederzuerkennende Wüste verwandelt haben und die im Gegensatz zu uns mit wenig Respekt diese Orte betreten.
    Ich werde es mir auf jeden Fall gleich anschauen und freue mich für Ralf und Co, dass ihnen die Möglichkeit gegeben wurde, anderen unser schönes Hobby vorzustellen;-)
    lg, Nico

  13. Hezi -

    Danke für den Tipp !!
    hätt ich sonst nicht bemerkt.
    da freu ich mich mal richtig drauf.
    lg. Hezi :-)

  14. Die Philosophie kann ich nur teilen, wenn alle so mit den ” Lost Places ” umgehen würden, kämen wir Fotografen fast überall rein. Ich werd’s mir nachher ansehen.

  15. Kumpi2 -

    Werd es mir auch anschauen und freu mich schon! Glückwunsch Jungs!
    Martin

  16. wird geguckt – ich bin gespannt :-)

  17. tja, gucken wir mal an was der ralf so angestellt hat.
    freu mich ;)

  18. Hallo Gabriela,
    vielen Dank für das tolle Interview, hat großen Spaß gemacht.
    Der Beitrag hier, bringt die wesentlichen Dinge auf den Punkt, gefällt mir gut.
    LG Ralf

  19. Der Antrieb, diese Plätze aufzusuchen – ja das interessiert mich -
    bitte wecken – bin gespannt