Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Bronze-Award beim „Epson international Pano Award 2016“ Wir gratulieren Martin Wolfert (lichttraeumer) und Lukas Scheja von der Schauspielschule "Artrium Hamburg"

Hamburger Bühnenfiguren: Panoramaprojekt „Virtuelles Artrium“

Martin und Lukas haben im Winter 2015 / Frühjahr 2016 zusammen mit dem Ensemble der privaten Schauspielschule Artrium Hamburg  in einem gemeinsamen Projekt eine Reihe außergewöhnlicher Panoramen geschaffen.

Zwei der eingereichten Panoramabilder wurden von der internationalen Jury mit dem Bronze-Award ausgezeichnet. Ein wirklich toller Erfolg für alle, die Teil des Projektes Virtuelles Artrium waren!

Das Treppenhaus-Panorama

Das Café-Panorama

 

Der Preis und die beeindruckenden Daten sind für uns Grund genug, den Fotografen Martin Wolfert (in der fotocommunity bekannt als „lichttraeumer„) und Lukas Scheja, Schulleiter der Schauspielschule, einmal näher zum Projekt „Virtuelles Artrium“zu befragen. Dabei werden die Beiden das aufwändig produzierte Kunstprojekt aus ihren jeweils eigenen Blickwinkeln beschreiben.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten des Projektes vorweg:

  • Mehr als 3 Monate Vorbereitung für die Set-Ideen, Masken, Kostüme und Locations
  • Drei volle Tage Fotoshooting on Location
  • Mehrere, individuell gestaltete Szenen mit professionellem Lichtsetup
  • Professionelle, individuelle Maske per Set
  • 25 Gigabyte an Rohdaten
  • 165 Gigabyte an TIF- und JPG-Dateien
  • Native Panoramagrößen von 10.500 x 5.750 Pixeln mit bis zu 15 Photoshop Ebenen
  • Mehr als 100 Stunden Panorama- und Photoshop Post-Retusche

STIMMEN ZUM PROJEKT

[Lukas Scheja]
Unsere Jugend ist still geworden. Die wichtigste Generation für unser aller Zukunft hat aufgegeben sich aktiv zu äußern. Es ist still geworden um unsere Jugend. Die Produktion „Artrium Virtuell“ ist deshalb besonders, weil die jungen Künstler die Panoramen mit ihrer ganz eigenen Kreativität befüllt haben. Diese Bilder sind eine Ensembleleistung.

Die Location, die Kostüme, die Maske, das Licht und der künstlerische Ausdruck der zahlreichen Figurinen sind aus der künstlerischen Zusammenarbeit der jungen Künstler untereinander entstanden und wurden eben nicht vom Photographen, der Regie oder der Produktion vorgekaut, aufgepfropft und abverlangt.

[Martin Wolfert]
Die größte Herausforderung Panoramaprojekt „Virtuelles Artrium“ war für mich die mehrtägige Arbeit mit vielen jungen Künstlern. Alle meine bisherigen Arbeiten waren Landschafts- oder Architektur-Panoramen. In diesen Sujets habe ich peinlich genau darauf geachtet keine Personen auf den Panoramen abzubilden; zudem Peoplefotografie nicht zu meinen Stärken gehört.

Jede(r) Einzelne des Artrium-Ensembles hat mir die Arbeit in diesen drei Tagen wirklich einfach gemacht, so dass sich diese Herausforderung in ein Geschenk verwandelt hat: ein Verständnis, wie „Fotograf und Model(s)“ auf hohem Niveau zusammen etwas Tolles, Neues erschaffen können.

ÜBER DIE PANORAMEN

[Lukas Scheja]
Diese Panoramen sind in ihrer Tiefgründigkeit in kurzer Zeit gar nicht zu erfassen. Der Betrachter kann sich in ihnen heilsam verlieren. Diese Bilder gehören großformatig geprinted und ausgestellt, um ihr Publikum für sein eigenes künstlerisches Potenzial zu wecken.

Ich möchte allen beteiligten Künstlern für ihr unermüdliches Engagement über die drei Monate der Produktion danken. Diese Generation, auf die wir alle setzen und hoffen, es gibt sie. Sie ist nur scheinbar still. Die Stille schreit!

[Martin Wolfert]
Die Arbeit mit dem Ensemble der Schauspielschule Artrium hat meine Art Panoramabilder zu fotografieren, Motive herauszuarbeiten, in Szene zusetzen und in einer sehr besonderen Art und Weise zu retuschieren auf ein neues Level gehoben. So haben wir beschlossen, die entstandenen hochwertigen Panoramabilder im Sommer 2016 beim „Epson international Pano Award 2016″ einzureichen.

 



Das Büropanorama
(zum Bild in der fotocommunity)

[Lukas Scheja]
Im „Büropanorama“ zum Beispiel ist interessant, das sich alle Beteiligten dafür entschieden haben zu telefonieren. Die Aussage dahinter ist eindeutig. Diese Generation stellt die kollektive Kommunikation mit allen potenziellen Möglichkeiten als Überlebensstrategie unserer heutigen Zeit in den Mittelpunkt des Betrachters des Panoramas.

[Martin Wolfert]
Eine weitere Herausforderung, die Künstler in den jeweiligen Sets unter der Maßgabe hochwertiger 360° Panoramen in den Mittelpunkt zu stellen, war die korrekte Beleuchtung und Ausleuchtung des Raumes und der Personen.

Gerade beim „Büropanorama“ durfte der rote Fußbodenbelag keinen dominante Einfluß auf die Hauttöne der Künstler haben. Auf der anderen Seite musste das Dauerlicht im Set passend gesetzt werden um die Szene und die Künstler korrekt auszuleuchten ohne dabei störend zu wirken.

Das Treppenhaus-Panorama (zum Bild in der fotocommunity)

[Lukas Scheja]
Im „Treppenhauspanorama“ geht es um gelebte Intimität in einem eher ernüchternden und traumatisierenden Umfeld. Die heranwachsenden Künstler haben das dem heimeligen Befremdliche zu einer Art künstlerischem Zuhause erklärt und entscheiden sich diese Einöde künstlerisch sinnlich zu bewohnen.

[Martin Wolfert]
Für das „Treppenhauspanorama“ musste das Dauerlicht sichtbar in die Szene eingebaut werden um die Tiefe des Treppenhauses auszuleuchten ohne jedoch die Künstler zu blenden. Die Helligkeitsunterschiede waren auch mit meiner Nikon D800 nicht abzubilden, so wurde diese Szene mit HDR-Belichtungsreihen mit insgesamt Fünf Blendenstufen (Bracketing) aufgenommen. Um genügend Bildmaterial für den HDR- und Stitchingprozeß zu bekommen wurde das Set dreimal mit jeweils Vierzig Einzelbildern pro Runde fotografiert.

Das Café-Panorama (zum Bild in der fotocommunity)

[Lukas Scheja]
Das „Cafe“, die Kommunikationszentrale der Künstler untereinander, strahlt eine distanzierte Sexualität aus. Eine junge Generation die abwarten kann und in ihrer Potenz erregt und provoziert. Die Küsse und Berührungen wirken aufgedrängt und für den Betrachter provozierend. Wir sind präsent für die, die sich dafür empfänglich geben!

[Martin Wolfert]
Das „Cafe-Panorama“ sticht durch provokant zärtlichen Posen der Künstler und auch durch die immense Farbigkeit der Lichtsetzung hervor. Die fototechnische Herausforderung bei diesem Set lag ganz klar darin, einen korrekten Weißabgleich vorzunehmen. Das war nicht einfach, da neben divers farbigem Kunstlicht auch das Kerzenlicht und die Beleuchtung des Beamers zu beachten war.

Das Stöckebild (zum Bild in der fotocommunity)

[Lukas Scheja]
Im „Stöckebild“ ist der Stock das Symbol für die allgegenwärtigen Abstraktionen unserer modernen Lebensformen. Interessanterweise ist die Antwort des jeweils uniformiert Einzelnen darauf ganz anders: Künstlichkeit als Antwort gewissermaßen darauf, über die rein menschliche Betrachtungsweise hinauszuwachsen und Neuland zu betreten.

[Martin Wolfert]
Das „Stöcke-Panorama“ ist mein persönlicher Favorit; nicht nur weil in diesem Bild sehr viel Zeit für die Retusche steckt. Das Besondere an der Entstehung dieses Bildes war die physische Nähe zu den Künstlern bei der Entstehung im Gegensatz zu der Abstraktion die im fertigen Panoramabild zu sehen ist.
Auch hier wurde mit derselben HRD-Technik wie beim Treppenhauspanorama gearbeitet. Die Menge an Einzelbildern mit den vielschichtigen Armen, Beinen und Stöcken zu einem schlüssigen und abstrakten Panorama zu stitchen war eine richtige Fleißarbeit.


 

Lukas Scheja

Lukas Scheja arbeitet seit 30 Jahren als Regisseur, Schauspieler und Filmproduzent in den darstellenden Künsten und als Peoplefotograf. Er erforscht insbesondere, wie der Ausdruck eines Künstlers die Umstände seiner Erfahrungen, über seinen Körper für das Publikum sinnvoll gestallten kann. Er coacht im Workflow einen Ausdruck vor der Kamera, durch den das Publikum das Foto gerne betritt.

Martin Wolfert

Martin Wolfert fotografiert seit über einem Jahrzehnt leidenschaftlich 360° Panoramen im Nebengewerbe. Hauptberuflich ist Martin Wolfert als Business Engineer bei einem großen deutschen Webhoster angestellt. Die Faszination der Panoramafotografie besteht für ihn darin Rundumansichten von Räumen und Orten, mit oder ohne Menschen, auf ein flaches Bild zu projizieren um darüberhinaus mit interaktiver VR-Technik auch andere Blickwinkel als die normalen zu zeigen.