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Carlswerk Köln: das PhotoBook Museum eröffnet am 19. August

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Für alle Liebhaber der „gedruckten Fotografie”, vor allem für die von Fotobüchern, haben wir eine gute Nachricht. Morgen, am 19. August, eröffnet im Carlswerk in Köln das weltweit erste Fotobuch-Museum, das „The PhotoBookMuseum”.

Weitere Bilder von der „Entstehung des PhotoBook Museums” könnt Ihr Euch hier ansehen.

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“Seit langem gilt das künstlerische Fotobuch als eine der zentralen Ausdrucksformen der Fotografie. Vor allem eine junge Generation von Fotografen, Kuratoren, Historikern, Sammlern und Verlegern schätzt das Medium als eine Art visuelles Esperanto.

Inzwischen ist kein Fotofestival mehr ohne eine Sektion für Fotobücher denkbar. Selbst Kunstmuseen wie die Tate Modern in London reagierten darauf, indem sie neben Fotoabzügen seit Jahren auch Fotobücher sammeln und ausstellen.

Auf über 5000 Quadratmetern werden nun im Carlswerk ab dem 19. August, 30 Ausstellungen und PhotoBook Studies gezeigt. Das vielfältige Rahmenprogramm umfasst Vorlesungen, Workshops, Diskussionen sowie Signierstunden mit den ausstellenden Künstlern und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats.”

Adresse
The PhotoBook Museum
im Carlswerk – Ehemaliges Kupferwerk
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln (Mülheim)

Laufzeit in Köln
Eröffnung: 19. August 2014, 15 Uhr
Dauer : bis 3. Oktober 2014
Photokina und Photoszene-Festival Köln: 16. – 21. September 2014

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag bis Donnerstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Freitag und Samstag von 10 bis 20 Uhr (Café Lehmitz bis 23 Uhr)

Kosten
Eintritt 10 € (ermäßigt 5 €)
Dauerkarte 120 €
photokina-Wochenpass 60 €

Kontakt
Telefon : 0221/ 92 52 667
E-Mail: info@thephotobookmuseum.com

Thomas Bregulla führte für uns ein Interview mit Markus Schaden, dem Gründer des „The PhotoBookMuseum”. Herzlichen Dank dafür!

Thomas Bregulla:
Wie kam es zum Photobook Museum?

Markus Schaden:
Durch mein Engagement in über 15 Jahren im Fotobuch Handel und als Fotobuch Verleger. Die Aktivitäten haben sich weiterentwickelt – Mission: Fotobuch – das globale Esperanto, die universelle Sprache. Der nächste logische Schritt, nachdem die Felder beackert wurden, war quasi einen Schritt weiter zu gehen, eine Institution zu werden und damit die Fotobuchkultur auf eine neue Ebene zu heben. Somit die Konsequenz aus der Entwicklung der letzten Jahre.

Der Entwicklungsplan des „The Photobook Museum” hat 4 Stufen:

  1. The Carlswerk Edition: Zuerst die Expo im Carlswerk, die ab dem 19. August in Köln eröffnet wird und bis zum 3. Oktober gehen wird.
  2. The Online Museum: Stufe 2 wird dann der Online Auftritt des „The Photobook Museum” sein.
  3. The Mobile Museum: in Stufe 3 wird es auf Reisen gehen – als große Wanderausstellung besucht es die Fotobuch Liebhaber, die nicht nach Köln kommen können – wir haben bereits Anfragen aus Indonesien, Rumänien und einigen anderen Orten.
  4. Permanent Residence: In Stufe 4 wird das Fotobuch Museum dann seine endgültige Residenz finden.

Der Plan ist, das Medium Buch in der Fotografie weiter zu stärken und weiterzuentwickeln: denn die These, die wir aufstellen ist, dass das Buch nicht nur ein, sondern eigentlich DAS Ausdrucksmittel in der Fotografie ist. Diese Ansicht teilen wir mit vielen Anderen.

Zum weiteren Verständnis: Wir sind weder Bibliothek noch Bücherei und auch kein Handel, sondern ein Museum, das heißt, die Aufgaben definieren sich aus einer Museumsarbeit, die wir modern verstehen, also mehr auf Inklusion anstatt auf Exklusion ausgerichtet, um eine partizipatorische Erfahrung zu machen.

Unser Hauptziel ist, die Bücher auszuwählen und auszustellen, die wir für besonders spannend halten – und die dann in einer Ausstellung zum Leben zu erwecken, so dass der Besucher auch wieder zum Buch zurückkehren kann, es vielleicht sogar kaufen, downloaden oder nachts davon träumen kann.
Es geht nicht darum, einfach nur unzählige Objekte auszustellen, sondern im Gegenteil, die Objekte, die von Belang sind, wieder anders erfahrbar zu machen und sich davon beeindrucken und begeistern zu lassen. Wir versuchen da einen breiten und umfassenden Überblick zu geben.
Von der Dokumentation angeblich langweiliger Tankstellen in Los Angeles Mitte der 1970er Jahre, über Taubenzüchter in Südspanien, über die Rekonstruktion einer ziemlich abgerockten Reeperbahn Bar – bis hin zu Dokumentationen über Kriege in Latein Amerika, um so einen weiten Bogen zu schlagen: Was kann ein Fotobuch alles erzählen und dokumentieren.

Thomas Bregulla:
Markus, Du hattest bei einer der früheren photokinas eine Photobook Study gezeigt. Was ist das und wird man das auch im Photobook Museum sehen können?

Markus Schaden:
Photobook Studies. Es handelt sich dabei um ein Programm, das wir entwickelt haben, um sich an einem Buch Exemplar, einem Lebenswerk, durchzuarbeiten um eine Rezeptions- und Wirkungsgeschichte zu zeigen. Dafür klappt man sozusagen die Bücher auf: Nach oben und unten, zur Seite, nimmt sie auseinander, verfolgt alles, was zur Erstellung geführt hat, was es zur Publikationsgeschichte auf sich hat. Sozusagen eine neue Form so ein Buch aufzuklappen und erfahrbar zu machen.

Thomas Bregulla:
Wie ist jetzt also der Plan für die Stufe 1, also die Photobook Museum Expo im Carlswerk?

Markus Schaden:
Wir werden am 19. August die Eröffnung feiern und das Museum bis zum 3. Oktober betreiben. In der Eröffnungswoche wird es Führungen und Vorträge geben, häufig mit den Fotografen selbst. Es werden unter anderem vor Ort sein: Cristina de Middel, Ed Templeton, Carolyn Drake, Todd Hido, Carlos Spottorno, Ricardo Cases sowie der Magnum Fotograf David Alan Harvey.
Parallel zur Photokina gibt es dann ein weiteres Programm mit Workshops, und weiteren Vorträgen.

Hier zur Abrundung Eurer Eindrücke und Informationen noch ein Video zum Thema.